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  • Kwiatkowski gewinnt Amstel Gold Race

    Weltmeister Michal Kwiatkowski (Etixx-QuickStep) hat die Jubiläumsausgabe des Radklassikers Amstel Gold Race gewonnen.

    Bei der 50. Austragung des Traditionsrennens in den Niederlanden gewann der 24-jährige Pole den Sprint der Top-Favoriten. Nach 258 km von Maastricht nach Valkenburg verwies Kwiatkowski den Spanier Alejandro Valverde (Movistar) und Michael Matthews aus Australien (Orica-GreenEdge) auf die Plätze.

    Beim letzten der insgesamt 34 kurzen, jedoch zum Teil sehr steilen Anstiege hatte sich keiner der Spitzenfahrer entscheidend abgesetzt. Am berühmten Cauberg attackierte wie erwartet der dreimalige Amstel-Sieger und Titelverteidiger Philippe Gilbert (BMC). Anders als bei der Straßenrad-WM 2012, als Gilbert nach einem Angriff am Cauberg zum Titel fuhr, schüttelte der Belgier die Konkurrenz am Sonntag aber nicht ab.

    Auf dem Schlusskilometer formierte sich die Gruppe der Sieganwärter erneut und machte die Entscheidung im Sprint unter sich aus. Während der schlecht positionierte Gilbert nicht mehr entscheidend eingreifen konnte und Zehnter wurde, bewies Kwiatkowski Nerven und die besten Beine.

    Kurz nach dem Start hatte sich eine sechsköpfige Ausreißergruppe gebildet, zu der auch der frühere Tour-Etappensieger Linus Gerdemann (Münster/Cult Energy) gehörte. Der Ausritt des Sextetts war aber schon rund 50 km vor dem Ziel beendet. In der Folge zeigte sich auch Kwiatkowskis Teamkollege Tony Martin (Cottbus) in einer Spitzengruppe an der Seite des Tour-Siegers Vincenzo Nibali (Italien/Astana), ohne jedoch Siegambitionen zu verfolgen.

    Bisherige deutsche Sieger beim Amstel Gold Race waren Sprinter Olaf Ludwig (1992) sowie die Dopingsünder Erik Zabel (2000) und Stefan Schumacher (2007). Rekordsieger ist der Niederländer Jan Raas (fünf Siege zwischen 1977 und 1982).

    Das Amstel Gold Race markierte den Start in die Ardennen-Woche 2015, die mit dem Fleche Wallone am Mittwoch fortgeführt wird. Den Schlusspunkt bildet am Sonntag das Rennen Lüttich-Bastogne-Lüttich.



  • Van Avermaet droht Dopingsperre

    Dem belgischen Radprofi Greg Van Avermaet droht eine zweijährige Dopingsperre.

    Einen entsprechenden Strafantrag stellte der Anti-Doping-Anwalt des belgischen Radsportverbandes RLVB am Donnerstag.

    Van Avermaet erwartet zudem eine Geldstrafe in Höhe von 260.000 Euro, auch sollen alle seine Ergebnisse der Saison 2012 gestrichen werden.

    Der 29-Jährige vom Team BMC Racing steht wegen seiner Verbindung zum umstrittenen Sportmediziner Chris Mertens unter Dopingverdacht, dieser soll ihm im Wettkampf verbotene Kortisonpräperate besorgt haben. Ein Urteil soll am 7. Mai fallen.

    Van Avermaet soll die Mittel im Zeitraum zwischen 2009 und 2012 bezogen haben, besonders die Phase vor der Flandern-Rundfahrt 2012, die Van Avermaet auf dem vierten Platz beendete, beschäftigt die Ermittler. Diese stützen ihre Vorwürfe vor allem auf einen belastenden E-Mail-Verkehr zwischen dem Fahrer und Mertens.

    "Der Tonfall der Mails zeigt die typische Grundhaltung zu leistungssteigernden Mitteln, die zu dieser Zeit vorherrschend war", sagte RLVB-Anwalt Jaak Fransen: "Es ging darum, unter dem Einfluss von Kortison zu fahren, nicht darum, eine Verletzung zu heilen."

    Van Avermaet, der beim Sieg des deutschen Radprofis John Degenkolb beim Klassiker Paris-Roubaix am Sonntag wie schon zuvor bei der Flandern-Rundfahrt als Dritter auf das Podium fuhr, streitet die Vorwürfe ab und reichte bei einer Anhörung am Donnerstag gültige ärztliche Atteste ein, um ein Fehlverhalten zu widerlegen.

    "Es ist schrecklich, sich gegen so etwas verteidigen zu müssen. Das beschmutzt meinen Ruf. Ich bin ein ehrlicher Mensch und hoffe auf eine gerechte Entscheidung", sagte er.



  • Wiggins peilt Stundenweltrekord an

    Der Brite Bradley Wiggins nimmt einen neuen Eintrag in die Geschichtsbücher des Radsports ins Visier.

    Der viermalige Olympiasieger will am 7. Juni im Londoner Velodrom den Stundenweltrekord knacken. Die Bestmarke hält derzeit der Australier Rohan Dennis, der am 8. Februar in Granges/Schweiz in 60 Minuten 52,491 km zurücklegte.

    "Ich liebe es, mich neuen Herausforderungen zu stellen, und will die Menschen motivieren, das gleiche zu tun", sagte der 35 Jahre alte Zeitfahrweltmeister Wiggins, der am vergangenen Sonntag bei Paris-Roubaix im letzten großen Straßenrennen seiner Karriere nur Rang 18 belegte.



  • Degenkolb will Etappensieg bei der Tour

    Der deutsche Radprofi John Degenkolb hat nach seinem Sieg beim Frühjahrs-Klassiker Paris-Roubaix bereits das nächste große Ziel im Blick.

    "Die Klassikersaison ist für mich erstmal beendet. Ich gehe jetzt in eine kurze Pause und werde mich dann gezielt auf die Tour de France vorbereiten", sagte der 26-Jährige bei Sky Sport News HD: "Ich hoffe, dass es dort mit einem Etappensieg klappt, um auch bei der Tour de France mal ganz oben zu stehen."

    Noch wartet Degenkolb auf einen Tagessieg bei der Tour. Bei der Vuelta a Espana gewann er bislang neun Etappen, beim Giro d'Italia eine.



  • Degenkolb will kein Held sein

    Als sich bei John Degenkolb die erste Euphorie gelegt hatte, beschäftigten ihn beim Blick auf die Pflasterstein-Trophäe ganz praktische Sorgen. "Ich muss erst einen Schrank finden, der das Gewicht aushält", sagte der 26-Jährige schmunzelnd nach seinem himmlischen Höllenritt, mit dem er endgültig zu einem der dominierenden Klassikerspezialisten der Gegenwart aufstieg.

    119 Jahre hatte es seit Josef Fischers Premierensieg bei Paris-Roubaix gedauert, bis wieder ein Deutscher dieses härteste und bedeutendste aller Eintagesrennen gewann.

    "Das sind Fakten, die einen nicht kalt lassen", sagte Degenkolb, der zudem erst als dritter Fahrer überhaupt in einer Saison das Double aus Sanremo und Roubaix schaffte.

    Degenkolb bleibt auf dem Boden

    Dass Degenkolb die lange deutsche Wartezeit in der "Hölle des Nordens" beenden würde, hatte sich angedeutet, nachdem er bereits 2014 ganz nah herangekommen war. Der Thüringer gilt nun in der Branche als einer, der eine Dekade prägen könnte. Er bleibt jedoch bescheiden: "Ich habe zwei große Rennen gewonnen, mehr nicht. Ich bin kein Held."

    Im Teamhotel im grenznahen belgischen Nazareth bedankte er sich lieber noch mit einer Ansprache bei seinen Kollegen, die ihm den Weg in die Geschichtsbücher geebnet hatten.

    Mit einem lauten "Zickezacke, zickezacke, hei, hei, hei" wurde dann die Partynacht, die sich auch einige Freunde aus Frankfurt nicht entgehen ließen, eingeläutet. "Jetzt können wir es richtig genießen", sagte Degenkolb.

    Als er sich Stunden zuvor im Finale am Limit bewegt hatte, setzte auch der Gedanke an seine Familie, die im Velodrom aufgeregt wartete, die entscheidenden Kräfte frei.

    Seine Frau Laura hatte ihm einen Fußabdruck von Söhnchen Leo Robert ausgedruckt und auf den Rahmen geheftet. "Die Geburt war so ein einschneidendes Erlebnis für mich. Daran habe ich mich erinnert, und das hat nochmal Power gegeben", sagte Degenkolb, bevor im Sprint die Instinkte entschieden: "Ich wusste, dass noch was im Tank war."

    Denkmal Degenkolb

    Der französischen Presse, traditionell nicht zögerlich mit Lobeshymnen, nötigten auch der Wagemut und die Entschlossenheit des Wahl-Frankfurters besonderen Respekt ab.

    "John Degenkolb, das neue deutsche Denkmal", schrieb die Tageszeitung Ouest France, und die L'Equipe titelte nicht weniger überschwänglich: "Eine Klasse für sich. Degenkolb monumentallemand."

    Das gestand auch der frühere Tour-Sieger Bradley Wiggins ein, der seine Straßenkarriere selbst gerne mit dem Roubaix-Triumph abgeschlossen hätte: "Es hat der Richtige gewonnen."

    Pause vor der Tour de France

    Bei all dem Trubel und der Anstrengung kommt Degenkolb eine Auszeit jetzt mehr als gelegen. "Ich bin so froh, dass ich mich jetzt ausruhen kann und ein bisschen Freizeit habe mit meiner Familie", sagte der Kapitän des Teams Giant-Alpecin.

    Eventuell gönnt er sich mit Frau und Söhnchen einen Kurzurlaub, bevor er das Training mit Blick auf sein Heimrennen am 1. Mai in Frankfurt wieder aufnimmt.

    Danach stehen die Bayern-Rundfahrt, ein Höhentrainingslager in der Sierra Nevada und die Tour de Suisse auf dem Programm - alles als Einstimmung für das nächste große Ziel, einen Etappensieg bei der Tour de France.

    Gleichwohl hat der Triumph in Roubaix einen Wert, der für Degenkolb über den Tageserfolg bei der Großen Schleife hinausgeht. "Das ist ein großer Schritt für den deutschen Radsport und macht mich wahnsinnig stolz", sagte er, und sein Manager Jörg Werner ergänzte: "Radsport ist nicht nur das Gelbe Trikot bei der Tour de France. Es gibt so viel mehr." 



  • Französische Bahn geht gegen Radprofis vor

    Die französische Eisenbahngesellschaft SNCF hat rechtliche Schritte gegen die "Verkehrssünder" eingeleitet, die beim Rad-Klassiker Paris-Roubaix am Sonntag einen Bahnübergang trotz geschlossener Schranke überquerten.

    "Millionen TV-Zuschauer haben dieses extrem gefährliche und unverantwortliche Handeln, das tragisch hätte enden können, live gesehen", hieß es in der Mitteilung der SNCF an die Behörden: "Wenige Sekunden danach fuhr ein TGV über diesen Abschnitt und hätte das Peloton treffen können."

    Der Vorfall ereignete sich auf einem Bahnübergang bei Wallers im Norden Frankreichs rund 87 km vor dem Ziel der "Hölle des Nordens", als sich eine Bahnschranke schloss und zahlreiche Profis trotzdem weiterfuhren.

    Erst ein Motorrad-Polizist konnte die nachfolgenden Teilnehmer stoppen, wenige Sekunden später fuhr ein Hochgeschwindigkeitszug vorbei.

    Guy Dobbelaere verteidigte als Jury-Präsident das Verhalten der Fahrer: "Für die Führenden war eine sichere Bremsung nicht mehr möglich. Das Peloton war zehn Meter entfernt, als sich die Schranke schloss."

    Die Rennleitung entschied daher, das Rennen danach für kurze Zeit zu neutralisieren, "um die anderen Fahrer, die angehalten haben, nicht zu bestrafen". Laut Regelbuch werden Fahrer, die geschlossene Schranken missachten, disqualifiziert.

    Dies wäre in diesem Fall laut Dobbelaere aber ungerecht gewesen, da nicht alle identifiziert werden konnten. 2006 hatte ein ähnlicher Vorfall an einem Bahnübergang zur Disqualifikation von drei Profis geführt.

    Der Deutsche John Degenkolb gewann den Klassiker.



  • Degenkolb triumphiert in "Hölle des Nordens"

    John Degenkolb hat als erster Deutscher seit 119 Jahren den Frühjahrs-Klassiker Paris-Roubaix gewonnen.

    Der 26-Jährige aus dem Team Giant-Alpecin triumphierte bei der 113. Ausgabe der sogenannten "Hölle des Nordens" nach 253,5 Kilometern, davon 52,7 über das berüchtigte Kopfsteinpflaster, im Velodrom von Roubaix vor Zdenek Stybar (Tschchien/Etixx-QuickStep) und Greg van Avermaet (Belgien/BMC).

    Den bislang einzigen deutschen Sieg hatte Josef Fischer 1896 bei der Premiere errungen.

    "Davon habe ich immer geträumt. Ich musste so hart arbeiten, ich kann es kaum glauben", sagte Degenkolb mit Freudentränen in den Augen und dreckverschmiertem Gesicht.

    Es war bereits Degenkolbs zweiter Coup in dieser Saison. Vor drei Wochen hatte der gebürtige Thüringer bereits bei Mailand-Sanremo gesiegt.

    "Es ist lange her, dass diese Kombination jemand geschafft hat", sagte Degenkolb. Er ist erste der dritte Fahrer, der diese beiden Radsport-Monumente innerhalb eines Jahres für sich entschieden hat.

    Dies war zuvor nur dem Belgier Cyrille Van Hauwaert (1908) und dem Iren Sean Kelly (1986) gelungen.



  • 20 deutsche Starter bei Paris-Roubaix

    Ein Top-Favorit und zahlreiche Helfer: 20 deutsche Radprofis mit dem Thüringer John Degenkolb (26/Giant-Alpecin) an der Spitze haben kurz nach halb elf vor dem Schloss von Compiegne die 113. Ausgabe von Paris-Roubaix in Angriff genommen.

    Die Deutschen bilden hinter Belgiern (39) und Franzosen (31) das drittgrößte Kontingent bei der "Königin der Klassiker", dem bedeutendsten Rennen des Radsport-Frühjahrs.

    Bei sonnigem Wetter und etwa zehn Grad Celsius wagten sich insgesamt 200 Fahrer in die "Hölle des Nordens", die ihren Schrecken besonders ab dem Wald von Arenberg entfaltet.

    Der zehnte von 27 Kopfsteinpflaster-Sektoren ist kaum zu beherrschen, so schlecht ist der Untergrund. "Ab dann geht es richtig zur Sache, ab dann heißt es: Feuer frei", sagt Degenkolb, der als Vorjahreszweiter einer der Sieganwärter ist.

    52,7 von 253,5 Kilometern bewegen sich die Profis auf den Feldwegen aus der Zeit Napoleons.

    Ähnlich miserabel wie der Wald von Arenberg sind die Passagen Mons-en-Pevele und der Carrefour de l'Arbre, der knapp 20 Kilometer vor dem Ziel im altehrwürdigen Radstadion von Roubaix oft schon für die Entscheidung gesorgt hat.

    Neben Sanremo-Sieger Degenkolb stehen vor allem Flandern-Triumphator Alexander Kristoff (Katjuscha/Norwegen), Titelverteidiger Niki Terpstra (Niederlande), der Tscheche Zdenek Stybar (beide Etixx-Quick Step) sowie der Slowake Peter Sagan (Tinkoff-Saxo) hoch im Kurs.

    Der britische Ex-Tour-Sieger Bradley Wiggins fährt das letzte große Straßenrennen seiner Laufbahn. Im Belgier Tom Boonen (4x Sieger) und dem Schweizer Fabian Cancellara (3x) fehlen zwei Könner verletzt.

    Die deutschen Starter:

    John Degenkolb (Gera), Nikias Arndt (Buchholz/beide Giant-Alpecin) Andre Greipel (Rostock), Marcel Sieberg (Castrop-Rauxel/beide Lotto-Soudal), Marcus Burghardt (Zschopau/BMC), Christian Knees (Bonn/Sky), Gerald Ciolek (Köln), Andreas Stauff (Frechen/beide MTN-Qhubeka), Robert Wagner (Magdeburg/LottoNL-Jumbo), Roger Kluge (Eisenhüttenstadt/IAM), Rüdiger Selig (Zwenkau/Katjuscha), Jasha Sütterlin (Freiburg/Movistar), Ruben Zepuntke (Düsseldorf/Cannondale-Garmin), Björn Thurau (Frankfurt), Andreas Schillinger (Kümmersbruck), Ralf Matzka (Villingen-Schwenningen), Christoph Pfingsten (Potsdam), Michael Schwarzmann (Kempten), Paul Voss (Rostock/alle Bora-Argon 18), Robert Förster (Merkkleeberg/United Healthcare)



  • Quälende Hatz auf Kopfsteinpflaster

    Paris-Roubaix ist der Höhepunkt des Radsport-Frühjahrs. Von 253,5 Kilometern müssen die Profis 52,7 auf mittelalterlichem Kopfsteinpflaster bewältigen. John Degenkolb liebt diese Herausforderung und zählt nach seiner Glanzleistung im Vorjahr auch diesmal zu den Top-Favoriten. 

    SPORT1 liefert alle Fakten zur "Königin der Klassiker":

    • DIE DEUTSCHEN

    Allen voran trägt John Degenkolb die Hoffnungen auf ein Spitzenergebnis. Ein Sieg in der "Hölle des Nordens" wäre für den Thüringer das Größte, selbst der Triumph bei Mailand-Sanremo vor drei Wochen würde da nicht heranreichen.

    "Es ist schon die große Liebe, ich kann das nicht verhehlen", sagt der 26-Jährige über den gnadenlosen Ritt. Im Vorjahr lieferte Degenkolb eine Glanzvorstellung ab, wurde nur vom Niederländer Niki Terpstra geschlagen. Rang sieben bei der Flandern-Rundfahrt am Ostersonntag zeigte, dass die Form stimmt.

    Neben dem Kapitän des Teams Giant-Alpecin könnten Andre Greipel und Marcus Burghardt für eine Überraschung sorgen, für beide sind bei Lotto-Soudal und BMC aber eigentlich Helferrollen vorgesehen.

    • DIE FAVORITEN

    Im Mittelpunkt steht der Norweger Alexander Kristoff (Katjuscha), der sich aktuell in einer außergewöhnlichen Verfassung befindet. An Ostern gewann der 27-Jährige überlegen die Flandern-Rundfahrt, bei Mailand-Sanremo überspurtete ihn Degenkolb erst auf den letzten 25 Metern. Insgesamt stehen für Kristoff in dieser Saison bereits elf Siege zu Buche. "Alle gucken auf Kristoff", sagt Degenkolbs Manager Jörg Werner.

    Vergessen werden sollte aber nicht das Team Etixx-Quick Step mit dem Tschechen Zdenek Stybar und Vorjahressieger Terpstra, bei der "Ronde" Zweiter hinter Kristoff. Außerdem wollen Lars Boom (Niederlande/Astana), Sep Vanmarcke (Belgien/LottoNL-Jumbo) und auch Peter Sagan (Slowakei/Tinkoff-Saxo) ein gewichtiges Wörtchen mitreden. Und nicht zuletzt ist da der Brite Bradley Wiggins (Sky), der im letzten Straßenrennen seiner Karriere einen Paukenschlag plant. 

    • DAS KOPFSTEINPFLASTER

    27 Pave-Sektoren warten auf die Radprofis, insgesamt 52,7 km auf anachronistischen Straßen, die diesen Namen eigentlich nicht verdienen. Eingeteilt werden die Passagen in Kategorien von eins bis fünf. Die brutalsten Teilstücke erhalten fünf Sterne und beginnen mit dem denkmalgeschützten Wald von Arenberg.

    Defekte und Stürze sind hier fast unvermeidlich. "Im Wald von Arenberg ist es, als wäre da ein Kipper hingefahren, hätte die Klappe aufgemacht und alle Kopfsteine einfach rausgeschmissen", erzählt Degenkolb. Ähnlichen Charakter haben die Passage Mons-en-Pevele und der Carrefour de l'Arbre. Ein Erfolg in Roubaix, für den es eine Pflasterstein-Trophäe gibt, ist sicher auch vom Glück abhängig.

    • DIE GESCHICHTE

    Paris-Roubaix findet zum 113. Mal statt, einen deutschen Sieger gab es nur bei der Erstauflage im Jahre 1896. Es war Josef Fischer. Der Name "Hölle des Nordens" stammt aus der Zeit nach Ende des Ersten Weltkrieges, in dem die Region völlig verwüstet worden war.

    Die Bezeichnung "Königin der Klassiker" erhielt das Rennen, weil es als das härteste der sogenannten fünf Radsport-Monumente gilt. Manch ein Fahrer kann nach der Tortur tagelang kaum gehen. In Paris fällt der Startschuss allerdings schon seit 1977 nicht mehr, los geht's gut 80 km nördlich vor dem Schloss von Compiegne.

    • DAS WETTER

    Richtig heikel wird es bei regnerischen Bedingungen, dann sind die Paves kaum noch zu beherrschen, glatt wie Schmierseife. "Wenn es regnet, ist das eine Schlammschlacht", sagt Degenkolb. Für den Sonntag ist das Risiko diesbezüglich gering. Aber auch Staub und Dreck sind kein erstrebenswertes Make-up, denn davon dürfte es jede Menge geben. 



  • Martin im Zeitfahren abgehängt

    Der deutsche Radprofi Tony Martin hat zum Abschluss der Baskenland-Rundfahrt einen Sieg im Zeitfahren klar verfehlt.

    Auf dem 18,3 km langen und sehr hügeligen Kurs rund um Aia belegte der 29-Jährige vom Team Etixx-Quick Step in seiner Spezialdisziplin in 29:28 Minuten den elften Platz.

    Der siegreiche Niederländer Tom Dumoulin (Giant-Alpecin) war 42 Sekunden schneller als Martin, dem das anspruchsvolle Profil der Etappe allerdings nicht entgegenkam.

    Der Gesamtsieg bei der 55. Auflage der Rundfahrt durch Nordspanien ging an den Spanier Joaquim Rodriguez.

    Der 35-Jährige vom Team Katjuscha wurde im Kampf gegen die Uhr mit vier Sekunden Rückstand Zweiter und verwies den Kolumbianer Sergio Henao (Sky/+13 Sekunden) auf den zweiten Rang.



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